ich gehe auf Textfühlung   



Aktuelles aus dem Lektorat




Auf Textfühlung für das nachhaltige Hessen

Über den Klimawandel, erneuerbare Energien und die deutsche Energiewende wird viel gestritten und viel geschrieben – und manches davon auch lektoriert. Meine Aufträge zu grünen Themen stammen irgendwie immer aus Hessen. Ein Vorreiter unter den Bundesländern?

»Nordhessen 2020: Dezentrale Energie und Arbeit« war die erste Studie, die ich 2009 für deENet lektorierte. Die am »Kompetenznetzwerk des Jahres 2010« (BMWi) beteiligten Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Dienstleister haben sich dezentrale und verbrauchernahe Systeme der Energieversorgung auf die Fahnen geschrieben und setzen dabei auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Zugleich gilt es, Nordhessen zur Modellregion für einen regionalen Klimawandel auszubauen.

Die hessische Landesregierung will ein Vorreiter für eine nachhaltige und faire Beschaffung sein. Textfühlung hat dazu 2012 im Auftrag der Berliner Energieagentur Beschaffungsleitfäden zu sieben Produktgruppen lektoriert. Während im Leitfaden für Textilprodukte u. a. die künftige Ausschreibungspraxis für Polizeiuniformen geregelt ist, dreht sich im Leitfaden Reinigungs(dienst)leistungen viel um die gerechte Entlohnung. Hessen berücksichtigt also bei der öffentlichen Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen alle drei Dimensionen von Nachhaltigkeit: ökologisch, ökonomisch und sozial.

Dieses dreidimensionale Verständnis von Nachhaltigkeit wird auch in einem anderen Buch immer wieder eingefordert, mit dem ich 2012 auf Textfühlung ging: »Nachhaltig wirtschaften. Wirtschaftsethische Reflexionen«. Zufall oder nicht? Wieder sitzt der Auftraggeber in Hessen: das EKK-Institut für Ethisches Management in Kassel. Mit der Evangelischen Kreditgenossenschaft, Mitbegründerin des Instituts, sitzt in Kassel übrigens auch die erste deutsche Bank, die mit dem europäischen Nachhaltigkeitsstandard EMASplus ausgezeichnet wurde.

Ob Hessen ein Vorreiter ist, vermag ich nicht zu ermessen. Aber wenn große Organisationen wie die öffentliche Hand, Universitäten, Kirche und Diakonie gleichzeitig die Nachhaltigkeitsdiskussion beflügeln und mit praktischem Beispiel vorangehen, z. B. in puncto verantwortungsvollem Einkauf, wenn sie es zudem schaffen, die beteiligten Individuen (vom Beamten der Beschaffungsstelle bis zur freien Lektorin) zu ebenso reflektiertem Tun zu motivieren, dann kann ich mich manchmal der Utopie nicht erwehren, es könne sich doch etwas bewegen …

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